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3 Sätze, die mich wie magisch leiten >Gastartikel von Claudia

„Irgendwann werde ich ein Buch über mein Leben schreiben.“

„Wir kriegen nur das, womit wir auch fertig werden können.“

„Ich bin kreativ.“

Das sind die drei Sätze, die seit einigen Jahren mein Leben begleiten. Sie tauchen immer wieder auf. Dabei habe ich sie nicht bewusst gesagt oder ihnen bis vor Kurzem überhaupt eine Bedeutung gegeben. Viel mehr sind sie in Gesprächen mit Freunden gefallen oder ich habe sie leise vor mich hingedacht. Ich habe einfach nicht realisiert, dass diese 3 Sätze die Antworten auf vieles in meinem Leben sind.

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Den ersten Satz habe ich vor 5 Jahren das erste Mal gedacht

Ja, nur gedacht. Den Gedanken ihn laut auszusprechen, habe ich sofort als lächerlich abgetan. Stattdessen machten sich Selbstkritik und Zweifel in mir breit: Wer würde das lesen? Wen sollte das interessieren? Irgendwann scherzte ich vor Freunden darüber als ich gerade eine Anekdote aus meinem Leben zum Besten gab und dann hinterherschob: „Irgendwann schreibe ich ein Buch darüber, haha“. Letztendlich habe ich diese Idee einfach ignoriert. Bis zum nächsten Gedanken daran und dann ging es von vorne los: Aussprechen, Reaktion sehen und vergessen. Ich habe nie weitergedacht oder bin dieser Idee nachgegangen. Aber das hätte ich tun sollen!

Ist mein Leben so interessant oder aufregend, dass ich unbedingt ein Buch darüber schreiben sollte? Nein, wahrscheinlich nicht. Ich habe ein sehr gutes und „normales“ Leben. Aber vielleicht ist es genau das, wonach sich Leser sehnen könnten? Vielleicht ist das genau der Grund, wieso mein Leben so einzigartig ist. Weil es mein Leben ist. Meine Geschichte. Meine Fehler. Meine Erfolge. Meine Gefühle. Meine Stärke. Meine Tränen. Ich würde gerne meine Geschichte teilen.

Ich bin jetzt 37 Jahre alt und auf meinem Weg bin ich in Situationen geraten, die mich dazu gezwungen haben, mich neu zu erfinden. Oder anders ausgedrückt: Mit dem Status Quo in meinem Leben Schluss zu machen.

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Der zweite Satz wurde mir durch Lebensereignisse bestätigt

Ich glaube fest daran, dass wir nur das kriegen, womit wir auch fertig werden können. Mit „das“ sind Situationen oder Probleme gemeint, die mich wachgerüttelt haben. Ich war verzweifelt und habe mich so verloren gefühlt, dass ich einfach aufgeben wollte. Ich wollte mich selbst aufgeben. Warum ich? Was mache ich jetzt? Wie soll ich das „alleine“ schaffen?

Da gab es bei mir die Situation, dass ich mich entschloss in einer Beziehung zu bleiben und sogar für sie zu kämpfen, obwohl ich wusste, dass diese lange nicht mehr gut lief. Und eigentlich schon vorbei war. Letztlich kam die Trennung und später die Scheidung. Eine andere Situation ist, als ich spürte, dass ich mich beruflich weiterentwickeln wollte, aber nicht wusste wie. Ich hatte einfach das Gefühl festzustecken und dachte, dass ich nichts dagegen unternehmen könnte. Ich habe versucht diesen Gedanken nicht wahrzunehmen, indem ich mich mit anderen Dingen abgelenkte. Ich habe mich den ganzen Tag „beschäftigt“, um mich nicht mit weiter damit auseinandersetzen zu müssen. Bis ich eine Gesichtslähmung erlitt.

Der Grund, warum ich in beiden Situationen nichts, zumindest nicht rechtzeitig, unternommen habe, hat einen Namen: Angst. Ich hatte Angst vor dem Alleinsein. Wer will alleine bleiben? Einfach von vorne anfangen nach einer fast 10-jährigen Beziehung? Auch beruflich hatte ich Angst meine Komfortzone zu verlassen.

Auf der Suche nach Antworten habe ich einen Schamanen getroffen, der mir mit nur einem Satz die Augen öffnete. Er sagte: „Claudia, Angst paralysiert. Und sie hat dich -dein Gesicht- paralysiert.“ Wie recht hatte er!

Die Angst ist in uns allen und sie ist eigentlich da, um uns zu schützen. Sie ist ein wichtiger Teil von uns. Das weiß ich bis zu einem bestimmten Punkt auch zu schätzen. Aber, wenn die Angst unser Leben beherrscht, dann verpassen wir viele schöne und vielleicht auch nicht so schöne Momente. Wir verpassen die Chance daraus zu lernen und zu wachsen.

Ich weiß jetzt, dass man vor Liebe nicht stirb. Ja, es gibt ein Leben danach! Eigentlich gab es ein Leben davor und es sollte immer ein eigenes Leben geben… auch in einer Beziehung!  Nach meiner Trennung habe ich mich nochmals „entdeckt“ und neu gelernt das Leben als Single zu genießen. Ich musste mehrmals umziehen bis ich eine (Traum-)Wohnung gefunden hatte, wo ich nicht nur befristet bleiben konnte. Außerdem habe ich mein Talent für Handwerkliches entdeckt, wie Laminat verlegen, mit der Bohrmaschine umgehen, große und schwere Möbel zusammenzubauen und vieles mehr.

Die Gesichtslähmung hat mir gezeigt, dass ich Zeit für mich gebraucht habe. Ich war körperlich und seelisch erschöpft. Ich brauchte Zeit, um darüber nachzudenken, wie es weitergehen soll. Vielleicht waren meine Ideen doch nicht so verrückt gewesen? Zumal, weil ich in der Lage bin diesen nachzugehen oder es zumindest zu versuchen. Es versuchen und dann vielleicht zu scheitern, aber es immerhin versucht zu haben.

Ich begann mir mehr zuzutrauen und Neues auszuprobieren. Meditation, Dancehall tanzen, basteln, Ernährungsworkshops besuchen, mich beim High Intensity Interval Training auspowern, im Rapchor mitsingen, Luftballons knoten und noch mehr. Das Leben hat so viel zu bieten und ich hatte ja nichts zu verlieren. Im Gegenteil, ich konnte nur gewinnen. Bei dieser unglaublich schönen Reise zu mir selbst, habe ich viele tolle und inspirierende Menschen kennengelernt! Ich bin sehr dankbar für die neuen Menschen, die in mein Leben getreten sind. Aber ich bin auch dankbar dafür, dass ich feststellen konnte, dass ich bereits von tollen Menschen umgeben war.

Am Ende habe ich es geschafft und sogar viel daraus gelernt. Genau das finde ich am Wichtigsten! Ich bin viel stärker aus diesen schweren Zeiten hervorgegangen und konnte mich besser kennen lernen. Wozu wir in der Lage sind, wenn wir es tun müssen, ist einfach unglaublich.

Schöner und angenehmer wäre es, wenn wir proaktiver handeln würden, anstatt zu warten bis „alles besser wird“ oder einfach alles zu ignorieren. Weil nämlich genau dann das Universum für uns handelt und uns in solche Situationen bringt, wo es keinen Ausweg gibt. Zumindest war das bei mir -leider- fast immer so.

Was es mit dem dritten Satz auf sich hat

Die Auszeit durch meine Gesichtslähmung hat mir auch ermöglicht mich mehr mit meiner kreativen Seite zu beschäftigen. Zwar habe ich mehrmals behauptet ein kreativer Mensch zu sein, aber in Wahrheit hatte ich schon lange nur noch selten etwas Kreatives gemacht. Alle kreativen Ideen habe ich einfach ignoriert. Durch die vielen Workshops, die ich besuchte, habe ich eine verlorene Seite an mir wiederentdeckt. Ich war im Flow. Es hat mir riesigen Spaß gemacht und ich habe einfach weitergemacht. Das war ein Zeichen für mich. Ich hatte endlich „meinen Weg“ gefunden! Schon das Gefühl zu spüren, in welche Richtung es gehen soll, ist so bekräftigend.

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Ich glaube daran, dass alles aus einem Grund passiert. Früher oder später werden wir diesen Grund erkennen und verstehen. Hätte ich diese „unschönen“ Erfahrungen nicht gemacht, wäre ich jetzt nicht, wo ich bin. Ich wäre nicht ich.

 

Ich bin noch am Anfang aber „Der Weg ist das Ziel“ und ich genieße jetzt diesen Weg.

Claudia

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Mich interessiert deine Meinung zu meinem ersten Gastbeitrag. Kennst du das auch, worüber ich schreibe? Kommentiere einfach hierunter –   ich freue mich darauf! 

Hier kannst du übrigens auch mein COSMEA Wonderwoman Interview lesen.

 

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