Die eigene Brust abzutasten dauert wenige Minuten, und es ist eine der wirksamsten Vorsorgemaßnahmen, die du selbst in der Hand hast. Je früher Veränderungen auffallen, desto besser stehen die Heilungschancen. Hier erfährst du, wie die Selbstuntersuchung Schritt für Schritt funktioniert und worauf du achten solltest.
Warum Selbstuntersuchung so wichtig ist
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Laut Deutscher Krebshilfe erkranken in Deutschland jährlich rund 75.000 Frauen, etwa eine von acht im Laufe ihres Lebens. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 65 Jahren, aber auch jüngere Frauen sind betroffen: Eine von sechs ist bei der Diagnose jünger als 50.
Bei kaum einer anderen Krebsart ist die Früherkennung so entscheidend. Wird ein Tumor früh entdeckt, liegt die relative 10-Jahres-Überlebensrate bei 83 Prozent. Die meisten Veränderungen, die beim Abtasten auffallen, sind gutartig. Trotzdem gehört jede Auffälligkeit ärztlich abgeklärt.
Die genaue Ursache von Brustkrebs bleibt oft unklar. Einige Risikofaktoren sind wissenschaftlich belegt:
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- übermäßiger Tabak- und Alkoholkonsum
- familiäre Vorbelastung
Wann solltest du deine Brüste abtasten?
Am besten einmal im Monat, etwa eine Woche nach Beginn deiner Periode. Dann ist das Brustgewebe weicher und weniger empfindlich, Veränderungen lassen sich leichter ertasten.
Wenn du keine Periode mehr hast, wähle einen festen Tag im Monat, zum Beispiel immer den Ersten. Regelmäßigkeit ist wichtiger als der genaue Zeitpunkt, denn nur so lernst du, was sich für dich normal anfühlt, und bemerkst Abweichungen.
Brüste abtasten: Anleitung in fünf Schritten
- Betrachten im Stehen. Stell dich vor den Spiegel, Arme locker an der Seite. Achte auf Form, Größe, Farbe und die Haut. Sind beide Brüste wie gewohnt? Gibt es Einziehungen, Rötungen oder Veränderungen an den Brustwarzen?
- Betrachten in Bewegung. Heb die Arme über den Kopf und betrachte deine Brüste erneut. Dreh dich leicht zur Seite. So erkennst du Veränderungen, die im Stehen nicht auffallen.
- Abtasten im Stehen. Taste mit den Fingerspitzen der einen Hand die gegenüberliegende Brust ab. Geh systematisch vor, kreisförmig von außen nach innen, in Linien oder strahlenförmig zur Brustwarze hin. Wichtig ist, dass du jeden Bereich erfasst.
- Brustwarzen und Achselhöhlen. Drück die Brustwarze leicht und achte auf Absonderungen. Taste anschließend die Achselhöhlen ab, denn auch dort liegen Lymphknoten, die sich verändern können.
- Abtasten im Liegen. Leg dich hin und wiederhole das Abtasten. In dieser Position verteilt sich das Gewebe anders, und manche Stellen lassen sich gründlicher ertasten.
So sieht die Selbstuntersuchung Schritt für Schritt aus:



Worauf du achten solltest
Nicht jede Brust ist gleich, und die wenigsten Frauen haben zwei identische Brüste. Unterschiede in Größe oder Form sind völlig normal. Es geht nicht darum, etwas Bestimmtes zu finden, sondern darum, deinen eigenen Normalzustand zu kennen.
Stutzig machen sollten dich Veränderungen wie:
- neue Knoten oder Verhärtungen
- Hautveränderungen oder Rötungen
- eingezogene Brustwarzen
- Absonderungen aus der Brustwarze
All das ist meist harmlos, gehört aber ärztlich abgeklärt.
Vorsorge beim Arzt
Die Selbstuntersuchung ersetzt nicht die ärztliche Vorsorge, sie ergänzt sie. In Deutschland kann sich jede Frau ab 30 einmal jährlich beim Frauenarzt die Brüste abtasten lassen, das ist Teil der gesetzlichen Krebsfrüherkennung. Für Frauen zwischen 50 und 69 ist alle zwei Jahre eine Mammographie vorgesehen.
Oktober: der Brustkrebsmonat
Im Oktober siehst du sie überall, die rosa Schleife, das Pink Ribbon. Der internationale Brustkrebsmonat macht weltweit auf die Erkrankung aufmerksam und ruft zu Früherkennung und Vorsorge auf.
Der schönste Beitrag, den du leisten kannst? Tast deine Brüste regelmäßig ab und erinnere die Frauen um dich herum daran, dasselbe zu tun.
Untersuchst du deine Brüste schon einmal im Monat? Wenn nicht, ist heute ein guter Tag, damit anzufangen.


1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort
Es ist wirklich bemerkenswert, wie viel Aufmerksamkeit dem Thema Brustkrebs im Oktober gewidmet wird. Die Selbstuntersuchung der Brüste ist ein entscheidender Schritt zur Früherkennung und kann Leben retten. Jede Frau, unabhängig von Alter oder familiärer Vorbelastung, kann von Brustkrebs betroffen sein. Daher sollte das Abtasten der Brüste zu einer monatlichen Routine werden. Ein großes Lob an Cosmea für die Sensibilisierung und Aufklärung zu diesem wichtigen Thema! Auf der Suche nach weiteren Informationen bin ich auf folgende Seite gestoßen: https://www.roentgen-bischof.at/roentgen/mammographie