Gianna Bacio_Hand drauf - Plädoyer für die weibliche Masturbation_cosmea.de

“Hand drauf! – Ein Plädoyer für die weibliche Masturbation” >Gastartikel von Gianna Bacio

Hallo liebe COSMEA® Wonderwomen!

Vor ziemlich genau einem halben Jahr wurde auch ich COSMEA® Wonderwoman, gab in diesem Zuge ein Interview und schrieb einen Gastartikel zum Thema Onlinedating. Nach wie vor freue ich mich über diese Rolle einer Botschafterin, die ich sehr ernst nehme. Als solche, aber auch in meiner Funktion als Sexualpädagogin und Coach, ist es für mich selbstverständlich stets up to date zu sein. Ich verfolge natürlich insbesondere solche Trends, die sich rund um das Thema Sexualität und Beziehungen drehen. Zumal ich viele Anfragen sowohl von Frauen, als auch von Männern erhalte. Im Laufe der Zeit fielen mir Schwerpunkte, bzw. immer wiederkehrende Fragestellungen, auf.

Eine besonders beliebte Frage ist: „Ich habe das und das Problem. Bin ich (trotzdem) normal?“. Das „Problem“ betrifft meistens das Aussehen oder die Physiologie des eigenen Körpers. So wird auffällig oft die Optik der eigenen Geschlechtsteile, ebenso wie deren Funktionen in Frage gestellt. Beispielsweise subjektiv große Schamlippen oder die Fähigkeit, einen Orgasmus zu erleben. In den meisten Fällen vergleichen wir unsere Beobachtungen am eigenen Körper mit einem medial vermittelten Bild und schneiden dabei gefühlt minderwertiger ab. Ein absoluter Trugschluss, wie sich auch durch zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse beweisen lässt. Dennoch besteht nach wie vor Unsicherheit auf allen Seiten, aber vor allem unter Frauen. Frauen werden schließlich nach wie vor als perfekte, jugendliche und makellose Wesen dargestellt. Das ist schlichtweg falsch!

Wir sind unterschiedlich, ja das ist ein Wesenszug, der uns alle vereint. Aber ganz bestimmt nicht makellos und schonmal gar nicht perfekt. Übrigens ebenso wenig wie Männer. 😊 Dennoch klammern sich viele Frauen an ein Idealbild und fühlen sich schlecht, wenn sie ihm nicht entsprechen. Also im Grunde permanent. Diese verfahrene Situation, die schlechten Gefühle nach dem Abgleich von tatsächlicher und vorgegaukelter Realität nahm ich zum Anlass, ein Buch zu schreiben. Ein Buch, welches insbesondere Frauen vermitteln soll: „Du bist so, wie du bist, wunderschön und genau richtig!“. Die Antwort auf die oben genannte Frage ist nämlich fast ausnahmslos mit einem eindeutigen „Ja, du bist normal!“ zu beantworten.

Mir war es ein hohes Anliegen, endlich ein realistisches Bild zu zeigen und den vermeintlichen Schönheits- und Sexualitätsidealen einen Riegel vorzuschieben. Mein Buch „Hand drauf! Ein Plädoyer für die weibliche Masturbation“ räumt auf mit Vorurteilen und Mythen rund um das weibliche Geschlecht. Es klärt auf über die weibliche Lust, die oft genug als ein Mysterium gilt. Außerdem geht es um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, dem eigenen Geschlecht und nicht zuletzt der Masturbation. Denn Akzeptanz, Selbstliebe und Sinnlichkeit beginnt immer bei uns selbst. Anschaulich und unverblümt zeige ich auch Techniken, die eine ganz neue Art von Lust und Erregung vermitteln.

Mit diesem Buch möchte ich Frauen dazu befähigen, sich selbst wertzuschätzen und zu wissen, was gefällt. Nach dem Motto „Nur, wer sich und seine Vorlieben gut kennt, kann ein erfülltes Liebesleben führen“ unterstütze ich Frauen in der Entfaltung ihres sexuellen Potenzials. Was viele nicht wissen: Masturbation macht schön, schlau, gesund und sexy! Zudem sorgt sie für ein besseres Körpergefühl und hilft beim Entspannen. Meiner Ansicht nach ist es mehr als an der Zeit, für den eigenen Körper und die eigene Lust einzustehen. Hier bekommt ihr nun einen Ausschnitt meines Buches zu lesen. Ich freue mich, wenn er euch neugierig stimmt und ihr mehr erfahren wollt.

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Leseprobe meines Buches „Hand drauf – Ein Plädoyer für die weibliche Masturbation

Mit einer sexuellen Identität lässt sich auch die Masturbation als fester Bestandteil der Sexualität, ja des gesamten Lebens, erkennen. Dahinter steht ein echtes sexuelles Bedürfnis, welches so normal, wie verbreitet ist. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild. Wir sind nach wie vor gefangen in Altlasten, die sich durch ein verzerrtes Frauenbild, das Gefühl von Schuld und Scham äußern. Ein sehr unfruchtbarer Boden für Sinnlichkeit und Lust.

Masturbation ist deshalb immer noch ein Tabuthema und vor allem Frauen haben oft Blockaden ihren Körper als das zu erkennen, was er ist: einzigartig und wunderschön. Ohne echte Vorbilder orientieren sie sich stattdessen an dem, was von den Medien und der Gesellschaft als schön und erstrebenswert definiert wird. So kommt es, dass der Bezug zum eigenen Körper und damit auch zum eigenen Geschlecht bei Vielen gestört ist. Ein Thema, welches daran dicht gekoppelt ist, ist der weibliche Orgasmus. Wenn wir nie gelernt haben, was Erregung und Lust für uns bedeutet, ist auch das Erreichen eines Orgasmus ein hehres Ziel. Manche Frauen erleben selten, manche nie einen Orgasmus und viele können ihn zwar durch die Masturbation, nicht aber durch Sex erreichen. Die gute Nachricht ist: All dies ist erlernbar, wie das Radfahren. Es braucht nur Geduld und die Muße, etwas zu verändern. Nach unserer Historie könnte man schließen: Na, kein Wunder, dass wir so sind! Gleichzeitig sage ich aber auch: Hey, das muss nicht sein! Lasst uns die Altlasten endlich über Bord werfen und unser eigenes Bild von Schönheit definieren. Wir wurden in unserem Körper geboren, er begleitet uns in jeder Sekunde ein ganzes Leben lang. Also ist es nur ein fairer Deal, wenn wir uns mit ihm vertraut machen, ihn wertschätzen und ihn feiern. Lasst ihn uns erkunden, stets neugierig sein und herausfinden welch sexuelles Potenzial in uns steckt. Einverstanden?

Als Freund von Metaphern, möchte ich euch ein Bild mitgeben: Wir, als sexuelle Persönlichkeiten, sind wie Bäume. Unsere Wurzeln symbolisieren die zugrunde liegende Erregungsfähigkeit. Daraus entwickelt sich nach einiger Zeit ein zartes Pflänzchen, aus dem ein kräftiger Stamm hervorgeht, der immer mehr Äste ausbildet und Blüten austreibt. Mit unserer sexuellen Persönlichkeit verhält es sich ähnlich. Unser Wachstum wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. Im Laufe der Zeit lernen wir, worauf wir reagieren und was wir erregend finden. Zunächst an uns selbst, dann an einem Partner. Wir bekommen ein Gespür für das eigene Geschlecht, entwickeln Techniken, Stellungen und Fantasien. Wir lernen das Verführen und empfinden Liebe, Intimität und Freude. Im besten Fall entsteht dann mit der Zeit sexuelle Selbstsicherheit. Unser ganzes System bleibt, wie bei einem Baum, in ständiger Veränderung und entwickelt sich weiter.

Dieses Buch ist also für all diejenigen geschrieben, die einen mangelnden Bezug zu ihrem Körper oder ausbleibende Orgasmen beklagen. Freut euch auf Theorie und Praxis, die euch dabei helfen werden, diesen Bezug wieder herzustellen und die Freude an sich selbst zu zelebrieren. Es richtet sich aber auch an diejenigen, die keinerlei Probleme dieser Art erkennen, sondern vielmehr einen Blick über den Tellerrand wagen möchten. Vielleicht sind sogar regelrechte Masturbationskünstler unter ihnen. Dann sage ich: Schön, dass auch ihr hier seid. Lasst euch inspirieren und anstecken, neue Dinge zu lernen und auszuprobieren. Nicht zuletzt ist dieses Buch auch für Partner geschrieben oder für Männer, die Frauen besser verstehen wollen. Euch möchte ich am liebsten um den Hals fallen und mein Lob aussprechen. Ich verspreche euch Aha-Momente und wertvolle Erkenntnisse, sowohl während, als auch nach der Lektüre.

Doch dieses Buch ist mehr als ein Fachbuch, es geht hier um mehr als die reine Vermittlung von Wissen oder Techniken. Es ist, wie der Name sagt, ein Plädoyer, also nach dem Duden eine „engagierte Befürwortung“. Ja, ich spreche mich hiermit in aller Form und Begeisterung für die Masturbation aus. Sie ist, in meinen Augen, mit der wichtigste Schritt in eine erfüllte Sexualität. Masturbation ist mehr als ein rein mechanischer Vorgang, der womöglich in einem Orgasmus gipfelt. Es ist ein Ausdruck von Lust, von Gefühlen und dem eigenen Selbstbild. Dahinter steckt der Begriff Selbstliebe, den wir immer häufiger vernehmen und der so viel bedeuten kann. Masturbation als Ausdruck von Selbstliebe, das mag pathetisch klingen, trifft aber den Kern ziemlich gut. „Du kannst nicht jemanden lieben, bevor du dich selber liebst“ ist somit nur eine weitere Konsequenz von gelebter Selbstliebe. Seht dieses Plädoyer als eine Art Reise an, auf die ich euch mitnehmen möchte. Eine Reise mit verschiedenen Stationen, die uns Selbsterkenntnisse und -erfahrungen liefern. Sie wird gleichzeitig ein Lern- und Reifungsprozess sein, der, wie ihr sehen werdet, am Ende zu euch selbst führt. Ich freue mich darauf, euch zu begleiten und kann euch schonmal eins versprechen: Die Zeit des Schweigens ist ab hier endgültig passé. Ich werde Tacheles reden und die Dinge beim Namen nennen. Hand drauf!

 

Ich hoffe, dir gefällt mein zweiter Gastartikel als COSMEA® Wonderwoman und frage mich, ob du das Thema auch so spannend und aufklärungsbedürftig findest wie ich?

Deine Gianna

 

Hier findest du Giannas Webseite: https://www.giannabacio.de/

Und Gianna bei Facebook: https://www.facebook.com/giannabacio/

 


Gianna Bacio ist Aufklärerin 2.0 und führt das Leben einer „digital woman“. Bedeutet: Sie arbeitet die meiste Zeit von zu Hause aus und produziert von dort aus ihren Content. Vor einiger Zeit hat sie den Podcast „Was Frauen wollen“ gestartet und lädt wöchentlich neue Folgen hoch. Außerdem schreibt sie als Autorin für das Online Magazin „beziehungsweise“ über die Themen „Sexualität und Beziehungen“. Sie gibt aber auch offline Workshops und Seminare für Männer, die das Flirten lernen wollen. Zurzeit ist sie dazu als Dozentin der Flirtuniversity und auch als parship-Coach unterwegs. Seit kurzem betreibt sie auch den Podcast für das EMOTION Magazin. Für mehr Infos über Gianna: www.giannabacio.de

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